BGW mitteilungen - Ausgabe 1/2010

Psychische Belastungen

Tipps für die persönliche Stressabwehr

Stress, gleich welcher Art, ist auf Dauer ungesund. Doch wann genau gefährdet er die Gesundheit?

»Das ist individuell sehr verschieden«, sagt Annett Zeh, Diplom-Psychologin der BGW. »Doch Stress geht an niemandem spurlos vorüber, auch wenn man sich stressresistent glaubt.« Es gibt einige deutliche Anzeichen, dass die Stressampel auf Gelb steht:

  • Sie fühlen sich spürbar gereizt und reagieren schon bei nichtigen Anlässen übermäßig.
  • Sie fühlen sich innerlich gehetzt.
  • Sie können sich nicht mehr entspannen, kommen nur schwer zur Ruhe und fühlen sich auch in der Freizeit zu dauernder Aktivität verpflichtet.
  • Sie merken, dass Ihnen immer häufiger keine Freude mehr bereitet, was Ihnen bislang Spaß gemacht hat.
  • Sie können auf Gespräche nicht mehr eingehen; es fällt Ihnen schwer, anderen zuzuhören.
  • Ihre innere Unruhe überlagert Ihr Interesse an sozialen Beziehungen; Sie vernachlässigen familiäre und freundschaftliche Kontakte.
  • Sie beginnen, sich der Außenwelt zu verschließen, und ziehen sich immer mehr zurück.

»Wer diese Beobachtungen an sich macht«, so Annett Zeh, »sollte sich nicht scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Diese können zum Beispiel Betriebsärzte, Psychologen, Coaches, Psychotherapeuten oder Psychiater leisten. Auch ein offenes Gespräch mit dem Vorgesetzten oder Arbeitgeber kann angeraten sein, um gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen.«

Aktiver Umgang mit Stress

»Es gibt zahlreiche Bedingungen, die Stress auslösen können. Entscheidend ist der aktive Umgang damit«, so Annett Zeh. Dies umfasst alle Lebensbereiche – auch wenn der Stress vielleicht vorrangig im Arbeitsleben auftritt. Sie rät:

  • Schaffen Sie sich ein positives Arbeitsumfeld. Versuchen Sie, Ihren Arbeitsbereich und auch Ihre Arbeitsaufgaben so zu gestalten, dass Sie sich insgesamt wohlfühlen.
  • Überlegen Sie, ob und wie Sie die Arbeitsorganisation verbessern können. Suchen Sie dazu auch immer wieder das Gespräch mit Kollegen und Vorgesetzten; entwickeln Sie gemeinsame Verbesserungsideen.
  • Organisieren Sie eine funktionierende Vertretungsregelung. Stress entsteht, wenn man meint, dass kein anderer die Aufgaben erledigen kann, dass alles an einem selbst hängt.
  • Erlernen Sie eine regenerative Entspannungstechnik, zum Beispiel Autogenes Training, Yoga oder Progressive Muskelentspannung.
  • Planen Sie Ruhepausen in den Alltag ein. Sie müssen sein – auch wenn es noch so hektisch zugeht. Schon regelmäßig ein paar Minuten lang »Ausklinken« macht den Kopf frei, bringt frische Ideen und neuen Elan.
  • Schaffen Sie einen Ausgleich zur Arbeit. Es ist was dran: Das Leben besteht nicht nur aus Arbeit. Vernachlässigen Sie nicht andere Bereiche wie Familie, Hobbys und Sport vor lauter Arbeit. Denn dann bereitet sie Ihnen irgendwann einmal keine Freude mehr.
  • Achten Sie auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung. Fettes, kalorienreiches Essen und wenig Bewegung machen den Körper anfälliger für Stress.
  • Freuen Sie sich über Erfolge, gerade bei schwierigen Aufgaben. Seien Sie im Anschluss stolz auf sich und zufrieden mit sich. Ein positives Selbstwertgefühl macht stressresistenter.

Autor(en): Anja Hirschberger

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