BGW mitteilungen - Ausgabe 1/2010
Die Nagelprobe
Perfekt modellierte Fingernägel sind ein Hingucker. Mit Blick auf die Händehygiene bereiten künstliche, gegelte oder lackierte Nägel jedoch Probleme.

In vielen Pflegeeinrichtungen werden die Diskussionen schon lange geführt: Kann mit Nagelverzierungen gepflegt werden oder müssen die Fingernägel ganz schmucklos bleiben? Das Robert Koch-Institut empfiehlt bereits seit 2007, grundsätzlich keine künstlichen Fingernägel zu tragen. Studien haben ergeben, dass vermutlich durch undichte Ränder und kleine Feuchtigkeitskammern unter den Nägeln die Übertragung von Infektionen begünstigt wird.
Ähnlich stellt sich die Situation bei lackierten Nägeln dar: Wer farbigen Lack verwendet, übersieht womöglich Verschmutzungen – und schon nach kurzer Zeit können Risse in der Lackierung die Wirksamkeit der Händedesinfektion gefährden.
Wo immer eine zuverlässige Händehygiene unverzichtbar ist, sollte deshalb besser ganz auf Nagelschmuck verzichtet werden. Damit ist auch sichergestellt, dass nicht aus Rücksicht auf die verzierten Nägel die Desinfektion weniger gründlich ausfällt als eigentlich nötig.
Handschuhe reißen
In vielen Branchen sind lange, künstliche Fingernägel aber auch aus einem anderen Grund ungeeignet: Allzu schnell reißen die Handschuhe ein, die bei Feuchtarbeiten – wie beispielsweise dem Haarewaschen im Friseursalon – oder sonstigen Tätigkeiten benötigt werden, bei denen es auf den Schutz der Haut ankommt.
Autor(en): Alexandra Morch-Röder


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