BGW mitteilungen - Ausgabe 1/2010
GDA eröffnet neue Wege im Arbeitsschutz
GDA – drei Buchstaben stehen für einen Meilenstein in der Geschichte des deutschen Arbeitsschutzes. Mit der »Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie« gelten erstmals gemeinsame Ziele und Handlungsfelder für alle Akteure – Bund, Länder und Unfallversicherungsträger. Jetzt fiel der Startschuss für das GDA-Arbeitsprogramm »gesund pflegen«.

Am Anfang steht ein Gesetz mit einem langen Namen: Das Unfallversicherungsmodernisierungsgesetz (UVMG) von 2008 sieht einen bundesweiten gemeinsamen Auftrag für Arbeitsschutz vor – ein Novum, denn bislang setzen die verschiedenen Arbeitsschutzträger innerhalb ihrer Zuständigkeiten meist eigene Schwerpunkte. Mit einem abgestimmten Vorgehen soll in Zukunft das Thema Prävention noch wirkungsvoller in der Aufmerksamkeit der Betriebe und der Öffentlichkeit verankert werden. Ziel ist eine Gesamtpräventionskultur, die insbesondere auch Kleinbetriebe erreicht und in der Führungskräfte wie Beschäftigte Prävention ganz selbstverständlich in ihr tägliches Denken und Handeln einbeziehen. Außerdem soll mit der GDA eine möglichst effiziente und kooperative Beratung der Betriebe sowie ein praxisgerechtes Vorschriften- und Regelwerk erreicht werden.
Erste Arbeitsschutzziele und Handlungsfelder der GDA werden inzwischen bearbeitet. Dazu gehört auch das Arbeitsprogramm »gesund pflegen – Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Pflege«, das mit einer Auftaktveranstaltung am 30. November 2009 in Ludwigshafen gestartet wurde.
Gemeinsam für eine gesunde Pflege
Das Arbeitsprogramm ist ein Teil des GDA-Handlungsfelds Gesundheitsdienst und soll, wie BGW-Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Stephan Brandenburg hervorhob, auch einen Beitrag zur Qualitätssicherung in der Pflege leisten. Die GDA fange dabei nicht »bei null« an, machten die Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitsministerien des Bundes und des Landes Rheinland-Pfalz, der Unfallkasse Rheinland-Pfalz und der BGW bei der Auftaktveranstaltung deutlich. So könne auf vorhandene Initiativen wie die BGW-Kampagne »Aufbruch Pflege« oder »Menschen pflegen« (Rheinland-Pfalz) zurückgegriffen werden.
Mit dem Arbeitsprogramm soll nun vor allem eine größere Breitenwirkung erzielt werden. Unter anderem haben sich die Träger vorgenommen, Informationsveranstaltungen und Schulungen für die Pflegebetriebe durchzuführen, Netzwerke zu bilden und 30 Prozent der Betriebe zur Teilnahme an einer bundesweiten Branchen-Online-Erhebung zu gewinnen. Mit der Internetbefragung sollen die Pflegeeinrichtungen eine aussagekräftige Rückmeldung zu ihrem Stand in Sachen Arbeitsschutz erhalten, insbesondere in Hinblick auf Muskel-Skelett-Erkrankungen und psychische Belastungen. Und zwar so, dass sie zugleich erkennen, wo Verbesserungsmöglichkeiten bestehen und wie sie weiter vorgehen können.
Beispiele guter Praxis – Arbeitsschutzpreis Rheinland-Pfalz
Ein wichtiges Anliegen der GDA und des Arbeitsprogramms »gesund pflegen« ist auch, Beispiele guter Praxis bekannt zu machen. Die Auftaktveranstaltung war deshalb mit der Verleihung des Arbeitsschutzpreises Rheinland-Pfalz 2009 zum Thema »Gesunde Pflege durch gesunde Pflegende« verknüpft. Über den ersten Preis konnte sich die Sozialstation Trier des DRK Kreisverbands Trier e.V. Saarburg freuen. Die Einrichtung überzeugte mit mitarbeiterfreundlichen, gesunden Arbeitsbedingungen. Dazu gehören zum Beispiel die konsequente Einhaltung der 5-Tage-Woche und eine individuelle Dienstplangestaltung. Zur Reduzierung des Zeitdrucks erhalten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusätzlich
Zeitkontingente für Pflegeplanung und Koordinationsaufgaben. Als besonders innovativ beurteilte die Jury die Einführung eines Palmgeräts, auf das per Mobilfunk alle notwendigen Daten der Patienten, der behandelnden Ärzte und der Angehörigen übertragen werden können.
GDA im Überblick
- Das GDA-Portal informiert über die Strukturen, Ziele und Handlungsfelder sowie die Arbeitsprogramme der GDA: www.gda-portal.de.
Autor(en): Anja Hirschberger


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