BGW mitteilungen - Ausgabe 4/2009
Mit dem Rolli voll im Leben
Wer am Arbeitsleben teilnehmen will, muss mobil sein. Für Menschen mit Behinderungen bringt das besondere Probleme und Risiken mit sich. Die BGW und der Deutsche Rollstuhl-Sportverband (DRS) zeigen in ihrer Kampagne »sicher mobil« Lösungswege.

Es geht um mehr als das Überwinden von Stufen und Bordsteinkanten. Für Rollstuhlnutzerinnen und Rollstuhlnutzer fängt sichere Mobilität schon beim richtigen Auswählen und Anpassen des Rollstuhls an. Wer bei der Beförderung im Kleinbus nicht auf einen normalen Sitz umsteigen kann, trägt bei einem Unfall ein besonders hohes Verletzungsrisiko. Und wer trotz einer körperlichen Behinderung seinen Arbeitsalltag selbstständig gestalten möchte, muss viel in seine persönliche Fitness investieren. Orientierung und Know-how in diesem Themenfeld bietet die derzeitige Präventionskampagne »sicher mobil« der BGW und des DRS.
Seminare zur sicheren Mobilität
Für Beschäftigte in Reha-Einrichtungen und in der Behindertenhilfe sowie für Rollstuhlnutzer haben die BGW und der DRS spezielle Seminare entwickelt. An ein bis zwei Tagen erfahren die Teilnehmer, wie Rollstuhlnutzer in ihrer Mobilität und Fitness gefördert werden können, um ihr Leben möglichst selbstständig zu gestalten. Die Inhalte reichen von der Hilfsmittelversorgung über Techniken des Rollstuhlfahrens bis hin zum Sport im Rollstuhl. Weiter geht es in den Seminaren um das gesundheitsbewusste Helfen – von kleinen Handreichungen bis zur Beförderung in Kraftfahrzeugen.
Sicher mobil mit Kraftknoten
Die sichersten Plätze in Kleinbussen sind die normalen Fahrgastsitze. Deshalb sollten auch Rollstuhlnutzer für die Fahrt umsteigen oder umgesetzt werden. Wenn das nicht möglich ist, werden sie und ihre Rollstühle am besten mit einem sogenannten Kraftknotensystem gesichert. Es umfasst vier am Rollstuhl befestigte Adapter für die Rollstuhlgurte und einen wirksamen Dreipunktgurt. Das System sorgt unter anderem dafür, dass bei einem Unfall die entstehenden Kräfte über die stabilsten Stellen des Rollstuhls in den Fahrzeugboden abgeleitet werden und der Rollstuhl nicht so leicht zerbricht. Crashtests haben ergeben, dass Fahrgäste im Rollstuhl mit dem Kraftknoten deutlich sicherer unterwegs sind als mit herkömmlichen Vierpunkt-Gurtsystemen.
Obwohl das Kraftknotensystem bereits seit zehn Jahren durch eine DIN-Norm als Stand der Technik ausgewiesen ist, fehlen noch bei vielen während der Fahrt genutzten Rollstühlen die nachrüstbaren Adapterplatten. Die BGW weist seit Jahren auf die Bedeutung des Kraftknotens hin. Viele Kleinbusse von Fahrdiensten erfüllen die Anforderungen bereits.
Im Rahmen der Kampagne »sicher mobil« gibt die BGW jetzt den Flyer »Ich vertrau dem Kraftknoten!« heraus. Er soll insbesondere die betreffenden Rollstuhlnutzer und ihre Angehörigen über die Vorteile des Kraftknotens informieren. Einrichtungen in der Behindertenhilfe können den Flyer bei der BGW bestellen und weitergeben. Ebenfalls neu im Medienangebot der BGW ist die Anleitung »Richtig sichern mit dem Kraftknoten«. Sie richtet sich an die Fahrdienste.
Informationen und Materialien
Weitere Informationen zu den Seminaren und zur gesamten Kampagne finden Sie auf der Kampagnenwebsite.
Der Flyer »Ich vertrau dem Kraftknoten!« (TS-FKk-14) und die Anleitung »Richtig sichern mit dem Kraftknoten« (TP-Kk-14) können mit dem Bestellformular angefordert oder heruntergeladen werden.
- Bitte beachten Sie auch unsere Rubrik "Mobilität von Menschen mit Behinderungen".
Autor(en): Sandra Bieler


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