Kindertagesstätten

Ein Hort der Gesundheit - Seite 3

Infektion/Hautschutz

Beschäftigte in Kindertageseinrichtungen wickeln Kleinkinder, unterstützen die Kinder bei der Körperhygiene, beim Essen und Trinken. Dabei kommen sie mit potenziell infektiösen Körperflüssigkeiten in Kontakt. Auch der enge Körperkontakt führt zu einem erhöhten Ansteckungsrisiko zum Beispiel für Mumps, Masern, Röteln, Windpocken und Hepatitis.

Mögliche Maßnahmen:

  • Räume mit leicht zu reinigenden Fußböden, Arbeits- und Oberflächen ausstatten
  • über den Betriebsarzt arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen durchführen und den Impfschutz prüfen lassen, Impfung anbieten
  • schwangeren Mitarbeiterinnen alternative Tätigkeitsbereiche anbieten, zum Beispiel in der Verwaltung oder bei der Betreuung von Kindern, die älter als sechs Jahre sind
  • Hautschutz- und Händehygieneplan erstellen und aushängen
  • geeignete Produkte wie Einmal- und Haushaltshandschuhe sowie Cremes für den Schutz und die Pflege der Haut zur Verfügung stellen

Fehlbelastungen der Wirbelsäule

Foto: Erzieherin und Fachkraft für Arbeitssicherheit schauen sich gemeinsam einen Arbeitsstuhl an. Gefährdungen frühzeitig erkennen - im Team oder mit der Hilfe eines Fachmanns - und Abhilfe schaffen: So funktioniert ein systematischer Arbeits- und Gesundheitsschutz. Wichtig sind erwachsenengerechte Sitzmöbel und Tische. Nur so lässt sich vermeiden, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter während der täglichen Spiel- und Bastelarbeiten oder bei Elternbesprechungen in gekrümmter Haltung auf zu kleinen Stühlen Platz nehmen und langfristig unter Rückenbeschwerden leiden. Fehlbelastungen können aber auch beim Heben und Tragen zum Beispiel von Kindern auftreten.

Mögliche Maßnahmen:

  • ergonomische Möbel für Erwachsene kaufen
  • Arbeitsorganisation optimieren: zum Beispiel Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit wechselnden Aufgaben betrauen, die die Wirbelsäule entlasten
  • Mitarbeiter im rückengerechten Heben und Tragen unterweisen

Welche Maßnahmen tatsächlich für die jeweilige Einrichtung infrage kommen, zeigt erst die individuelle Gefährdungsbeurteilung vor Ort. Jörg Stojke von der BGW-Akademie Dresden rät deshalb, die Gefährdungsbeurteilung zum nächsten Thema in der Kindertageseinrichtung zu machen. »Gemeinsam mit dem Träger, der Leitung und allen Beschäftigten können Sie so einen großen Schritt für einen sicheren und gesunden Arbeitsplatz machen. Holen Sie sich Rat bei Experten wie der Fachkraft für Arbeitssicherheit und dem Betriebsarzt«, empfiehlt Stojke. »Letztendlich werden die aus der Gefährdungsbeurteilung resultierenden Maßnahmen und deren Umsetzung zeigen, dass es Potenzial zur Verbesserung der Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten gibt. Dieses sollten Sie nutzen, denn nur gesunde und motivierte Beschäftigte können zum pädagogischen und wirtschaftlichen Erfolg Ihrer Kita beitragen.«

Materialien bestellen

Folgende Materialien können mit dem Bestellformular kostenlos angefordert oder als pdf heruntergeladen werden:

Linktipps

  • Das virtuelle Angebot »Sichere Kita« der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen zeigt, wie die Kita sicher gestaltet wird. Hier kann auch die Schrift »Lärmprävention in Kindertageseinrichtungen« heruntergeladen werden, Suche: Lärmprävention.
  • Ebenfalls als PDF-Download angeboten wird das Handbuch »Erzieherinnengesundheit« des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales, das sich an Kita-Träger und Kita-Leitungen wendet.
  • Das Dresdner Kita-Symposium ist die einzige bundesweite Tagung zur Sicherheit und Gesundheit in Kindertageseinrichtungen. Die nächste Veranstaltung findet am 26. und 27. Februar 2010 statt: www.kita-symposium.de

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Autor(en): BGW

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