BGW mitteilungen - Ausgabe 4/2009

Demografie

Gut gerüstet für den demografischen Wandel

Foto: Ältere Pflegekraft mit Patientenakte unter dem Arm. Fitte und motivierte Pflegekräfte bis zur Rente - mit den richtigen Strategien muss das keine Vision bleiben.

Pflegeeinrichtungen stecken in der Klemme: Zum einen steigen die Anforderungen. Zum anderen verändert der demografische Wandel Personal- wie Klientenstruktur. Doch es gibt Wege, den eigenen Betrieb »Demografie-fit« zu machen.

In der Pflege findet zurzeit ein tiefgreifender Wandel statt. Während die Pflegefachkräfte immer weniger und immer älter werden, steigt gleichzeitig die Zahl der Pflegebedürftigen. Erschwert wird die Situation durch zunehmend hochaltrige, demente und multimorbide Pflegefälle.

Umso wichtiger ist es für die Unternehmen, die Arbeitskraft ihrer Beschäftigten auf Dauer zu erhalten. Gerade in der Pflege mit ihren hohen psychischen und physischen Belastungen ist dies oftmals eine schwierige Herausforderung. Gehen die Einrichtungen das Thema demografischer Wandel und älter werdende Belegschaften jedoch offensiv an, können sie dauerhaft davon profitieren.

Was bedeutet »Demografie-fit«?

Als Unternehmen »Demografie-fit« zu sein heißt, ein altersgemischtes Team mit vielfältigen Kompetenzen einzusetzen. Es bedeutet, ältere Pflegekräfte unter anderem durch gezielte Gesundheitsförderung an die Einrichtung zu binden und für qualifizierte Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt attraktiv zu sein. Weiterhin gilt es, jüngere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so zu fördern, dass sie gesund und motiviert im Pflegeberuf alt werden. Aber wie lässt sich dies alles erreichen?

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege setzt hier einen Schwerpunkt ihrer Präventionsarbeit in den Pflegeeinrichtungen. Inzwischen liegen erste Handlungshilfen vor, mit deren Unterstützung die Betriebe ihren individuellen Bedarf erfassen und entsprechend handeln können.

Handlungshilfe für Unternehmen

Einen kompakten Einstieg in die Thematik bietet die Broschüre »Älter werden im Pflegeberuf – Fit und motiviert bis zur Rente«. Diese Handlungshilfe richtet sich an Führungskräfte der ambulanten und stationären Pflege. Sie beschreibt, wie Unternehmen anhand einer Gefährdungsbeurteilung für ältere Beschäftigte Schritt für Schritt ein ganzheitliches Verbesserungskonzept inklusive konkreter Maßnahmen erarbeiten. Praxisnahe Lösungsideen, Checklisten und Arbeitsblätter sorgen für einen hohen Alltagsbezug.

Leitfaden zur Bedarfserfassung

Da es bislang kaum erprobte Strategien zum Umgang mit dem demografischen Wandel gibt, entwickelt die BGW außerdem in einem gemeinsamen Projekt mit dem Forschungsinstitut Betriebliche Bil­dung (f-bb) mögliche Unternehmensstrategien. Dabei analysieren Pilotbetriebe ihre jeweilige Ausgangssituation, leiten Maßnahmen ab und setzen diese um. Das Projekt »Älter werden in der Pflege« wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert und läuft noch bis Herbst 2010.

Als erstes Projektergebnis ist jetzt der Leitfaden »Demografiefeste Personalpolitik in der Altenpflege – Handlungsbedarf erfassen« erschienen. Der Leitfaden stellt insbesondere zwei wesentliche Analyseinstrumente vor, die den tatsächlichen Handlungsbedarf im Unternehmen deutlich machen:

  • Mit der Altersstrukturanalyse lässt sich die aktuelle betriebliche Altersstruktur darstellen und in die Zukunft fortschreiben.
  • Die demografiebezogene Arbeitssituationsanalyse zeigt Belastungen und Ressourcen der Mitarbeiter auf.

Zum Ende des Projekts soll ein zweiter Leitfaden erscheinen, der mögliche Lösungswege und Beispiele guter Praxis beschreibt.

Handlungshilfen

Die BGW-Broschüre »Älter werden im Pflegeberuf – Fit und motiviert bis zur Rente« (TP-AAg-11U) können Sie mit dem Bestellformular kostenlos anfordern oder als Pdf herunterladen.

Der Leitfaden »Demografiefeste Personalpolitik in der Altenpflege – Handlungsbedarf erfassen« zum Projekt der BGW und des f-bb ist im W. Bertelsmann Verlag erschienen und kann im Buchhandel bezogen werden: ISBN 978-3-7639-4274-9, 17,90 Euro.

Autor(en): Anja Hirschberger

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