BGW mitteilungen - Ausgabe 3/2009
Rückblick: Geschäftsjahr 2008
Im vergangenen Jahr hat die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) ihr Präventionsangebot erneut ausgeweitet. Der Schwerpunkt Altenpflege wurde fortgeführt. Einiges getan hat sich auch bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Das Jahr 2008 brachte für die gesetzliche Unfallversicherung wichtige Weichenstellungen. Ende des Jahres trat das Unfallversicherungsmodernisierungsgesetz (UVMG) in Kraft. Unter anderem soll die Zahl der Unfallversicherungsträger durch Fusionen deutlich reduziert werden. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) wird allerdings weiter eigenständig bleiben. Das Gesetz ersetzt zudem den bisherigen Lastenausgleich unter den Berufsgenossenschaften durch ein neues Verfahren der Lastenverteilung, das Mehrbelastungen für die BGW mit sich bringt.
Zweitgrößte Berufsgenossenschaft
Mit mehr als 6,6 Millionen Versicherten in 565.094 Unternehmen ist die BGW Deutschlands zweitgrößte gewerbliche Berufsgenossenschaft.
Die gesetzliche Unfallversicherung stellt eine Haftpflichtversicherung für den Unternehmer gegen die Risiken von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten seiner Mitarbeiter dar. Nach einem Versicherungsfall steuert und koordiniert die BGW die medizinische Behandlung sowie die Wiedereingliederung in den Beruf und in das soziale Umfeld.
Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle ist 2008 im Vergleich zum Vorjahr um 6,3 Prozent gestiegen. Aufgrund der schlechten Witterung in den Wintermonaten nahmen außerdem die Wegeunfälle zu (+ 10,6 Prozent). Bei den Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit war ebenfalls ein leichter Anstieg von knapp einem Prozent zu verzeichnen. Insbesondere wurden deutlich mehr Wirbelsäulenerkrankungen gemeldet. Einen Rückgang gab es dagegen bei den Infektionskrankheiten. Dieser ist vor allem auf weniger Meldungen von Skabies, sonstigen parasitären Erkrankungen sowie Tuberkulose zurückzuführen.
Hauterkrankungen überwiegen
Nach wie vor stehen Erkrankungen der Haut an der Spitze der Statistik – sie machen mehr als die Hälfte aller Verdachtsmeldungen aus. Der Hautschutz im Beruf ist daher ein wichtiges Thema in den Schulungs- und Beratungszentren der BGW – kurz schu.ber.z –, die an nunmehr zehn Standorten in ganz Deutschland vertreten sind. Zuletzt neu hinzugekommen ist Köln.
Die Hautschutzseminare in den Beratungszentren wurden 2008 sehr gut genutzt: Insgesamt nahmen 2.584 Beschäftigte aus dem Friseurhandwerk, verschiedenen Pflegeberufen, der Hauswirtschaft und der Physiotherapie teil – knapp 400 mehr als im Vorjahr. Darüber hinaus wurden rund 1.000 Versicherte in Hautsprechstunden individuell beraten.
Hautschutzgerechte Arbeitstechniken sind auch Thema im studio78, dem Weiterbildungszentrum der BGW für Friseurinnen und Friseure. Das Angebot richtet sich vor allem an Auszubildende und junge Profis. 2008 wurden im modernen Ambiente eines Friseursalons insgesamt 48 Seminare mit 833 Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgeführt.
Umfangreiches Seminar- und Medienangebot
Schulungsmöglichkeiten für Führungskräfte, Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit bietet die Akademie für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz der BGW in Dresden. 2008 fanden hier über 300 Seminare und Sonderveranstaltungen statt. Unter anderem kamen im Mai 250 Sicherheitsfachkräfte, Betriebsärzte und Experten zum 3. BGW trialog Dresden zusammen. Im Mittelpunkt stand dabei das Thema Gefährdungsbeurteilung.
Weitere Seminare wurden an verschiedenen Orten in ganz Deutschland angeboten. Daneben war die BGW auf Messen und Veranstaltungen vertreten und publizierte eine ganze Reihe von Informationsmedien rund um den Gesundheitsschutz im Berufsleben. Die verschiedenen Angebote werden von der Website der BGW mit Bestell- und Buchungsmöglichkeiten zentral erschlossen.
Altenpflege im Fokus
Nach dreijähriger Laufzeit der Kampagne »Aufbruch Pflege« konnte 2008 eine positive Zwischenbilanz gezogen werden: Inzwischen steht eine Vielzahl von Angeboten für Altenpflegeeinrichtungen zur Verfügung, bis hin zu individuell zugeschnittenen Präventionsprogrammen. Darüber hinaus setzte sich die BGW auf politischer Ebene für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege ein. 2008 wurde dabei der Grundstock für ein breites Aktionsbündnis mit Partnern aus Politik, Einrichtungen, Verbänden, Sozialpartnern und Sozialversicherungsträgern gelegt.
Neu gestartet ist die landesweite Kampagne »Aufbruch Pflege vor Ort« in Baden-Württemberg, gemeinsam mit der Unfallkasse Baden-Württemberg (UKBW). In einer bislang einmaligen Kooperation mit Verbänden, Krankenkassen und staatlicher Aufsicht werden die beiden Unfallversicherungsträger innerhalb von drei Jahren Fachpublikum über zukunftsweisenden Arbeits- und Gesundheitsschutz in der stationären Altenhilfe informieren.
Wettbewerbe
Anfang 2008 wurden bereits zum zweiten Mal die »Besten Arbeitgeber im Gesundheitswesen« ausgezeichnet. Die BGW ist Kooperationspartner des vom Great Place to Work Institute© durchgeführten Wettbewerbs. Die 25 prämierten Einrichtungen stellten unter Beweis, dass sie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter systematisch einbeziehen. Warum sich attraktive Arbeitgeber auch einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, machte der angeschlossene Fachkongress deutlich.
In Kooperation mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Hessen hat die BGW auf der Messe »RehaCare« außerdem den dritten Kunstpreis für Künstlerinnen und Künstler mit Behinderungen verliehen.
Autor(en): Anja Hirschberger


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